NABU-Projekte für Umwelt- und Naturschutz

  • » NABU-Havelprojekt (Brandenburg, Sachsen-Anhalt)
    • Die Havelniederung ist das größte und bedeutendste Feuchtgebiet Mitteleuropas. Als die Havel zur Wasserstraße ausgebaut wurde, gingen Auwälder und Überflutungsflächen als wichtiger Lebensraum für seltene Vogelarten verloren. Viele Tier- und Pflanzenarten mussten der Schifffahrt weichen.

      Durch die Renaturierung der Unteren Havel gibt der NABU Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum zurück. Zwischen Pritzerbe (nahe Stadt Brandenburg) bis zur Elbeinmündung werden Altarme wieder angeschlossen und Flutrinnen aktiviert.

      Das erneuert die natürliche Hochwasserregulierung der Havel und macht sie zu einem dynamischen Fluss mit Raum für Fischotter, Rotmilan, Sumpfdotterblumen und als Rastplatz für Zugvögel.
  • » NABU-Projekt „Weißstörche auf Reisen“ (Schleswig-Holstein)
    • Mehrere tausend Kilometer legen Störche auf ihrer Reise gen Süden zurück. Doch jede Saison birgt Gefahren – und in den letzten Jahren kamen beunruhigend viele Störche sehr spät aus ihrem Winterquartier. Geschwächt brüteten sie im darauffolgenden Frühling erfolglos – eine Gefahr für den Bestand der Störche.

      Um diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, begleitet der NABU die Vögel über mehrere Jahre hinweg auf ihrer überlebenswichtigen Reise. Kleine Satellitensender zeichnen die Flugrouten von mittlerweile sechs Senderstörchen auf, die das Michael-Otto-Institut im Storchendorf Bergenhusen auswertet.

      Der NABU ergründet, wie sich der Klimawandel auf den Storchenzug auswirkt und sammelt so wichtige Informationen zum Schutz der Weißstörche.
  • » NABU-Projekt „Wattenmeer erleben“ (Nordsee, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg)
    • Salzwiesen, Muscheln und tausende Wattvögel: Das Wattenmeer ist ein weltweit einzigartiger Lebensraum. In elf Naturschutzzentren ist der NABU an der Nordseeküste aktiv, erarbeitet Schutzkonzepte, informiert Touristen und erforscht seltene Wattbewohner.

      In diesem Jahr hat der NABU einen besonderen Wattvogel im Blick: Die Brandgans, die im Sommer ins Wattenmeer zieht um zu mausern. Bei der Aktion „Wo ist die Brandgans?“ helfen Besucher, nach Brandgänsen Ausschau zu halten. Denn viele Augen sehen mehr als wenige.

      Außerdem werden Brandgänse mit Satellitensendern bestückt, um ihre Wanderbewegungen nachzuverfolgen. Durch langfristige Beobachtung erforscht der NABU, inwieweit sich die Brutplätze ändern und wie Brandgänse auf den Schiffverkehr rund um die kritisierte Bohrplattform „Mittelplate“ im Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer reagieren.
  • » NABU-Vogelreservat Wallnau (Fehmarn)
    • Küstenseeschwalben, Wespenbussarde oder die seltenen Knutts: Millionen Zugvögel rasten jährlich auf Fehmarn auf dem Weg ins Warme. Das NABU-Vogelreservat Wallnau im Westen Fehmarns erforscht die Vogelwelt der Insel und bringt Besuchern die Artenvielfalt vor Ort nahe.

      Über 250 verschiedene Vögel sind im Laufe des Jahres auf Wallnau zu beobachten. Wattvögel, Zugvögel und auch seltene Arten wie der Rothalstaucher nutzen das Naturschutzgebiet als Rückzugsort.

      Ein kleiner Teil des Naturschutzgebiets ist für Besucher zugänglich. Dort finden vogelkundliche Führungen statt, eine Ausstellung beleuchtet spannende Aspekte des Vogelzugs und Schulklassen können Vogelschutz hautnah erleben.
  • » NABU-Naturerlebniszentrum „Blumberger Mühle“ (Brandenburg)
    • Durchs Moor streifen und den Spuren des Bibers folgen, seltene Pflanzen kennen lernen und sich von der Vielfalt der Lebensräume begeistern lassen: Umgeben von zahlreichen Fischteichen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt die Blumberger Mühle. Seit fünfzehn Jahren ist das NABU-Informationszentrum ein Anlaufpunkt für Naturliebhaber jeden Alters.

      Die Ausstellungen rund um Boden, Luft und Wasser erklären nicht nur die biologischen Zusammenhänge in unserem Ökosystem, an viele Stationen können die Besucher auch selbst experimentieren.

      Mit dem „Grüne Klassenzimmer“ organisiert die Blumberger Mühle Umweltbildung und Erlebnisse in der freien Natur für Kinder & Jugendliche. Auf Klassenfahrten werden so die Düfte einer blühenden Wiese und die Geräusche der Natur erlebbar, fern vom Verkehrslärm der Städte.
  • » NABU-Projekt „Willkommen Wolf!“ (Brandenburg, Lausitz)
    • Als im Jahr 2000 erste Wolfspuren in der Lausitz entdeckt wurden, war es für viele Naturschützer eine Sensation: Der Wolf kommt nach Deutschland zurück. Mittlerweile gibt es mehrere Wolfsrudel in der Lausitz, doch ihr Überleben ist längst nicht gesichert. Nach über hundertjähriger Abwesenheit müssen wir erst wieder lernen, mit dem Wildtier Wolf umzugehen.

      Gezielt informiert der NABU in seinem Projekt „Willkommen Wolf!“ deshalb über Lebensweise und Verhalten des Wolfs in freier Wildbahn. Denn noch immer prägt der „böse Wolf“ aus dem Märchen unser Bild des scheuen Tieres, dem viele nicht mit Interesse, sondern mit Angst begegnen.

      Der NABU ist mit Experten in der Wolfsregion Lausitz direkt vor Ort, berät Politiker und Tierhalter und baut deutschlandweit ein Netz von ehrenamtlichen Wolfsbotschaftern auf. Denn der Wolf kann nur in Deutschland heimisch werden, wenn wir ihn als Wildtier akzeptieren und schützen.
  • » NABU-Moorschutzprojekte „Give me Moor“
    • Weniger als 5% der deutschen Moorflächen befinden sich noch in ihrem Urzustand. Lange wurde Torf als Brennstoff abgebaut und Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung entwässert. Dabei wurden Rückzugsorte für bedrohte Arten vernichtet, das im Moor gespeicherte CO² freigesetzt.

      Der NABU setzt sich für eine weitreichende Renaturierung deutscher Moorflächen ein, z.B. im niedersächsischen Theikenmeer. Im Naturschutzgebiet nahe Werfte werden seit letztem Sommer Gräben gestaut und das Moor wiedervernässt. Diese Arbeit benötigt aber nicht nur Fachwissen, sondern auch viel Zeit, damit sich die Moorfläche natürlich entwickeln kann.

      Auch im Großen Moor bei Gifhorn und im Lichtenmoor bei Nienburg/Weser arbeitet der NABU daran, dass bald wieder Sonnentau auf den Moorflächen blüht und Kraniche die Moorflächen als ungestörten Rastplatz nutzen. Jede weitere Moorfläche die wir renaturieren können, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz!
  • » „Auenoptimierung Emmericher Ward“, NABU-Naturschutzstation in Kranenburg (NRW)
    • Naturbelassene Auwälder gibt es am Unterrhein durch dessen Ausbau zur Wasserstraße kaum mehr. Dabei suchen Uferschnepfen, Rotschenkel und Kiebitze hier einen Lebensraum und rasten oder brüten im Emmericher Ward nahe der niederländischen Grenze.

      Die NABU-Naturschutzstation Kranenburg will das Auengebiet am Unteren Niederrhein vergrößern und so wichtigen Lebensraum für seltene Fische, Watt- und Wasservögel schaffen.

      Eine künstliche Nebenrinne und gezielte Anpflanzungen von Weiden können im Pilotprojekt „Emmericher Ward“ wieder Auwälder erstehen lassen, die dem Fluss zuvor verloren gingen. So sollen nach und nach über 100 Hektar Auwald entstehen, um dem Rhein einen Teil seines ursprünglichen Lebens zurückzugeben.
  • » Umweltbildung mit den „WipperKids“, NABU-Oberberg (NRW)
    • Im Feuchtbiotop „Gaulbach“ setzt sich die NABU-Gruppe „WipperKids“ dafür ein, eine alte Teichanlage wieder mit Leben zu füllen. In Eigenarbeit schaffen sie sich einen Ort zum Forschen und Spielen und erleben die Natur unter Anleitung von NABU-Experten als Wert, für den es sich einzusetzen gilt.

      So werden unter anderem Kopfweiden und Schilfröhricht gepflanzt, um langfristig einen neuen Lebensraum für Laubfrösche und den seltenen Eisvogel zu schaffen.

      Die entstandene Teichanlage soll in Zukunft auch für Gruppen und Schulklassen für die Umweltbildung genutzt werden. Bis dahin gibt es im Gaulbacher Feuchtbiotop noch viel zu tun. Nisthöhlen für Vögel fehlen noch und Bienenkästen sollen für das Gelände aufgestellt werden.